|
Ist das Web nicht bedienungsfreundlich genug?
Nein. Internetbenutzer wenden extrem wenig Zeit auf, um sich auf einer Site zurechtzufinden. Wenn sie nicht in kürzester Zeit finden, was sie suchen, dann klicken sie sofort auf den "Zurück"-Button, den "Button-of-death".
Es muss jedem Betreiber einer Site größtes Anliegen sein, dem Internetbenutzer eine effektive Interaktion zu ermöglichen, nur dann werden Internetbenutzer sich für den Inhalt seiner Site interessieren und auch wiederkommen. Wichtig ist die Frage: Aus welchem Grund besuchen die Leute meine Website? Vor allem Grossunternehmen vernachlässigen diesen Aspekt oft. Sie denken mehr daran, wozu sie die Leute auf ihrer Internetsite bringen wollen. Auf dem Netz ist es aber sehr schwierig, jemanden in eine bestimmte Richtung zu drängen. Wer die Maus hat, regiert und bestimmt seinen Weg. Eine Website muss in erster Linie den Usern das liefern, wonach sie suchen. Viele Unternehmen machen auch den Fehler, dass sie ihren Internetauftritt wie eine Broschüre behandeln. Sie glauben, mit einem einmaligen Aufwand für eine schöne Site sei es getan. Eine Site muss aber lebendig und aktuell sein, damit die User immer wieder zurückkommen.
Konservatives Web-Design oft benutzerfreundlicher
Nicht jedes neue Grafik-Feature steigert die Attraktivität der Website. Die Devise "Weniger ist oft mehr" gilt auch für das interaktive Design von Internet-Seiten, berichtet iX, Magazin für professionelle Informationstechnik, in seiner Ausgabe 12/2000 und gibt Hilfestellung für benutzerfreundliche Gestaltung. Die Suche im Web-Angebot einer Firma erweist sich oftmals als Sisyphusarbeit, weil marktschreierische Effekte und lange Download-Zeiten einen schnellen Informationszugriff verhindern. Frustierend für den Benutzer, fatal für den Anbieter, weil sich der Surfer enttäuscht der Konkurrenz zuwendet.
Dabei ist die Qualität eines Web-Designs, wie die jeder interaktiven Software-Oberfläche, keineswegs reine Geschmackssache. Zudem existieren jahrzehntelange Erfahrungen aus dem Print-Bereich, was Seitengestaltung angeht. iX, das IT-Profimagazin, hat den Web-Auftritt zweier Tageszeitungen - Neue Zürcher Zeitung und Rheinische Post - anhand wissenschaftlicher Kriterien untersucht.
Gemessen wurden verschiedene Einzelzeiten, die der Surfer braucht, um eine gewünschte Information zu erhalten. "Obwohl die ausgewählten Web-Sites der Verlage zu den positiven Beispielen in einem Meer der Unsäglichkeiten gehören", so Henning Behme, iX-Webspezialist und stellvertretender Chefredakteur, "fanden sich noch etliche Verletzungen fundamentaler Gestaltungsregeln".
"Als Faustregel für benutzerfreundliches Design", so Behme weiter, "gilt immer noch: so klassisch wie möglich, so modern wie nötig." Viele Web-Auftritte seien mit unnützen technischen Spielereien überfrachtet, dabei könne man oft "mit den einfachen Lego-Steinen die schöneren Modelle bauen" |