Wer einem Anfänger über die Schultern schaut, beobachtet Probleme, von denen man nie gewusst hat, dass sie überhaupt existieren. Die Zahl der Stolpersteine und Fallen ist groß. Wer aus einem Erstbesucher einen treuen Kunden machen will, muss wissen, worauf es ankommt.
Jeder fängt mal klein an. Im Internet ist das ganz schön schwierig, denn das Netz ist riesig. Wer zum ersten Mal "drin" ist, fühlt sich wie in einer fremden Stadt: allein, orientierungslos und von fremder Sprache umgeben. Dazu kommen die allgegenwärtigen Widrigkeiten der Technik, dass der Browser nicht so will, das Betriebsystem nicht mitspielt oder der Designer nicht an die Nöte seiner Besucher gedacht hat ...
- Setzen Sie nichts voraus. Vor allem keine definierte Hard- oder Software. Der Einsteiger weiß oft gar nicht, welchen Browser oder welche Auflösung er hat.
- Verzichten Sie darauf, verschiedene Versionen einer Seite anzubieten. Wer nicht weiß, was Flash oder Frames sind, hat schon an der Pforte eine unangenehme Sorge mehr. Arbeiten Sie statt dessen mit Browser-Abfragen im Hintergrund oder gestalten Sie allgemeinverträglich.
- Dem Benutzer muss erkenntlich sein, wohin er klicken kann. Andernfalls muss er probieren. Die Möglichkeiten des unerfahrenen Surfers sind jedoch beschränkt. Durchaus wahrscheinlich, dass schon die Bewegung des Rollbalkens Probleme bereitet. Unzureichend beschriftete Image-Maps werden kaum als Navigation wahrgenommen.
- Richten Sie eine Hilfeseite für Erstbesucher ein. Der Link dorthin muss weithin sichtbar sein. Diese Seite kann auch dazu dienen, häufig gestellte Fragen (FAQ) im Vorwege abzufangen oder etwas über Sinn und Zweck eines Projektes mitzuteilen.
- Denken Sie an Alternativen in Sachen Navigation. Wer schon einmal eine Suchmaschine bedient hat, ist zumindest in der Lage, die interne Suchfunktion zu verwenden. Wer klassische, blaue Links im Stile Yahoos bereits kennen gelernt hat, wird diese einer Imagemap vorziehen.
- Links und Formular-Buttons müssen klar bezeichnet sein. Über aussagekräftige Bezeichnungen freuen sich alle Surfer. Ein Link sollte nicht nur als solcher erkennbar sein (keine Selbstverständlichkeit), er sollte auch einen Hinweis darauf geben, was sich hinter ihm verbirgt.
- Verzichten Sie auf netz-interne Fachsprache. Bieten Sie ausschließlich verständliche Informationen.
- Anfänger haben Probleme mit Frames. Sie müssen erst lernen, dass ein Fenster mit einem Mausklick aktiviert werden muss, bevor sie scrollen oder ein Formularfeld ausfüllen können. Probleme entstehen auch beim Drucken oder Speichern von Seiten.
- Versuchen Sie, die E-Mail-Adresse des Surfers zu erfahren. Bieten Sie einen Download an mit Registrierung, Infos per Auto-Responder, eine Gratis-Mitgliedschaft oder einen Newsletter. Hintergrund: Gerade Einsteigern gelingt es oft nicht, früher besuchte Sites wieder zu finden. Sie sind ungeübt im Merken von URLs, können weder Browsercache noch Verlauf bedienen und kennen die Möglichkeit des Bookmarking nicht. Wie angenehm, wenn man die URL einer prima Web-Site im Postkasten weiß. Der sorgfältige Umgang mit solchen Informationen ist selbstverständlich.
- Auch Anfänger stellen Fragen. Nur weil diese vielleicht schon ein Dutzend Mal gestellt worden sind, sind sie nicht unwichtiger. Schließlich geht es nicht um Ihr Wohlbefinden, sondern um das der Gäste. Beantworten Sie einfache mit dem gewohnten Engagement. Es lohnt sich.
- Sorgen Sie für aktuelle Informationen.
- Versehen Sie jede Webseite mit einer Fußzeile, welche das Datum der letzten Aktualisierung enthält.






